Ausbildungsinhalte
Die Ausbildung gliedert sich in theoretischen und praktischen Unterricht (ca. 2.100 Unterrichtstunden) sowie einen praktischen Ausbildungsteil (ca. 2.500 Unterrichtsstunden).
Während des theoretischen und praktischen Unterrichts
lernen die Schüler/innen die theoretischen und praktischen Grundlagen ihres Berufs in folgenden Lernfeldern kennen, zum Beispiel:
- Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit:
- wie das System der sozialen Sicherheit in der Bundesrepublik Deutschland aufgebaut ist
- welche Berufsverbände und Organisationen der Altenpflege es gibt
- welche Träger, Dienste und Einrichtungen für die Altenpflege wichtig sind
- welche rechtlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Altenpflege gelten
- wie man einen hohen Qualitätsstandard in der Altenpflege sicherstellt
- Altenpflege als Beruf:
- die Geschichte der Pflegeberufe und welche Rolle die Altenpflege in unserer Gesellschaft spielt
- welche Gesetze für Ausbildung und Beruf in der Altenpflege gelten
- wie der berufliche Alltag aussieht und welche berufstypischen Konflikte im Alltag auftreten können
- welche Fortbildungs- und Unterstützungsmaßnahmen für die eigene Arbeit angeboten werden
- Altern als Prozess - gerontologisch begründete Arbeitsweisen:
- welche altersbedingte Krankheitsbilder zu beachten sind
- welche Rolle Familienbeziehungen und soziale Bindungen spielen können
- welche Möglichkeiten und Grenzen bei der Pflegeplanung vorliegen
- Kultursensible Pflege:
- welche Techniken der verbalen und nonverbalen Kommunikation in Pflegesituationen zum Einsatz kommen
- wie eine situationsgerecht gestaltete Wohneinheit aufgebaut ist
- wie ein gesundheitsförderliches und sicheres Wohnumfeld geschaffen werden kann
- Methoden und Dimensionen der Alltagsgestaltung:
- welche Beschäftigungs- und Bildungsangebote aber auch kulturelle Veranstaltungen für alte Menschen in Frage kommen
- wie Medien sinnvoll genutzt werden können, zum Beispiel Internet und E-Mail
- welche Rollen ehrenamtliche Tätigkeiten und Selbsthilfeorganisationen spielen
- Planung, Durchführung und Beurteilung des Pflegeprozesses:
- welches Pflegemodell im Einzelfall anzuwenden ist, zum Beispiel ambulante Pflege oder Heimunterbringung
- wie man den Gesundheitszustand eines Patienten richtig einschätzt
- wie berufsspezifische Qualitätsstandards einzuhalten sind
- Anleitung, Beratung, Kooperation:
- wie die Zusammenarbeit zwischen Angehörigen und Bezugspersonen alter Menschen sowie Pflegepersonal koordiniert wird
- welche Institutionen in den Pflegeprozess noch eingebunden sein können
- Altenpflege als interprofessionelles Arbeitsfeld:
- welche Rahmenbedingungen und rechtlichen Grundlagen der Zusammenarbeit mit ärztlichem Personal zu beachten sind
- wie die Pflege alter Menschen mit Gesundheitsbeeinträchtigungen und Behinderungen geplant und durchgeführt wird
- Direkte Pflege alter Menschen:
- wie man die Pflege alter Menschen plant, durchführt und dokumentiert
- wie man alte Menschen situations- und personenbezogen pflegt
- wie man alte Menschen bei der Selbstpflege unterstützt und betreut
- wie man bei Notfällen erste Hilfe leistet und Wiederbelebungsmaßnahmen ausführt
- wie man mit anderen Pflegekräften oder Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeitet
- Förderung der Selbstkompetenz:
- wie man auf die persönliche soziale Umgebung der alten Menschen eingeht (Wohnumgebung, Familienbeziehungen, Sexualität, Gesundheit)
- wie man Unterstützung bei der Wohnungsgestaltung und -ausstattung gibt
- welche Hilfsmittel wie z.B. Treppenlifte einsetzt werden können
- welche Wohnformen in Frage kommen (z.B. betreutes Wohnen)
- welche Rolle Nahrung und Ernährung in der Altenpflege spielen
- wie man alten Menschen bei der Tagesgestaltung hilft
- wie man alte Menschen unterstützt, mobil zu bleiben und ihnen bei den Verrichtungen des täglichen Lebens hilft (z.B. Einkäufe tätigen, Bankgeschäfte erledigen)
- Spezielle Pflege psychisch veränderter und kranker alter Menschen:
- welche Hilfe bei altersbedingten Krankheiten zu leisten ist
- wie psychische Erkrankungen erkennbar und behandelbar sind
- welche Medikamente unter welchen Voraussetzungen verabreicht werden können
- wie Pflege bei an Krebs erkrankten Patienten zu planen und durchzuführen ist
- Unterstützung in psychischen und physischen Grenzsituationen:
- welche Möglichkeiten und Verfahren der psychischen Unterstützung Leidender zur Verfügung stehen
- Situationen, Orte, Begleitung und Probleme des Sterbens
- Gesellschaftlicher, individueller und beruflicher Umgang mit dem Tod
- Qualitätsentwicklung in der Altenpflege:
- welche Möglichkeiten und Verfahren der persönlichen Weiterbildung und berufliche Entwicklung bestehen
- Berufliche Teamarbeit, Kooperation und Eigenverantwortlichkeit
Während der praktischen Ausbildung
werden die im Unterricht erworbenen Kenntnisse vertieft und in den verschiedenen stationären und ambulanten Einrichtungen der Altenpflege angewendet. Hierbei stehen zum Beispiel folgende Aufgaben im Mittelpunkt::
- Pflegen alter Menschen in häuslicher Umgebung:
- bei Erst- und Hausbesuchen sowie Team- und Fallbesprechungen teilnehmen und mitwirken
- bei der Auswahl von Kleidungsstücken sowie beim An- und Auskleiden helfen
- den gesundheitlichen, sozialen, wirtschaftlichen und psychischen Unterstützungsbedarf und die Förderungsmöglichkeiten beobachten und beurteilen
- Pflegen alter Menschen in stationären Einrichtungen der Altenhilfe:
- bei der Körperpflege, insbesondere bei Waschen, Hautpflege, Intimpflege, Mund-, Zahn- und Prothesenreinigung, Augenhygiene, Haar- und Bartpflege unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und hygienischer Kriterien Unterstützung leisten
- Erkrankungssymptome erkennen sowie erste pflegerische Maßnahmen planen und durchführen
- Pflegeplanung, Pflegedokumentation, EDV
- Beratung und Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Bezugspersonen:
- Familienangehörige oder Bezugspersonen durch Information, Anleitung oder die Vermittlung von Fortbildungen für die Unterstützung an der Pflege gewinnen
- Pflegebedürftige und ihre Bezugspersonen bei der Auswahl des Betreuungsangebotes sowie der erforderlichen Pflegehilfsmittel beraten
- Pflegeunterstützende Maßnahmen der Gesundheitsförderung:
- Bäder, Einreibungen und atemtherapeutische Anwendungen unter Beachtung ärztlicher Verordnungen und individueller Vorlieben einsetzen
- Ernährungspläne zusammenstellen und deren Einhaltung kontrollieren (z.B. bei Diätkost)
- Stressprävention und Belastungsvermeidung
- Tagesstrukturierung und Alltagsgestaltung:
- Altersgemäße Formen des Aufbaus und der Erhaltung sozialer Kontakte und der Tagesstrukturierung im Einzelfall planen, gestalten, begleiten und durchführen
- Informations- und Bildungskurse bzw. kulturelle Veranstaltungen, die im Umfeld angeboten werden (z.B. EDV für Senioren, Altenarbeit in Gemeinde- oder Stadtteilzentren, Reiseveranstaltungen) recherchieren
- Unterstützung und Pflege bei alternsbedingten psychischen Veränderungen und Erkrankungen:
- Beobachtungen zur möglichst frühzeitigen Wahrnehmung von psychischen Veränderungen und Erkrankungen des Nervensystems selbstständig durchführen und dokumentieren
- Individuelle psychische Unterstützung leisten
- Begleitung Sterbender:
- Gestalten einer angenehmen und würdevollen Umgebung
- Einbeziehung von Bezugspersonen und Angehörigen in die Betreuung
- Versorgung des/der Verstorbenen vorbereiten und durchführen, Verwaltung des Nachlasses vorbereiten
Rechtsgrundlage:
Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung
|