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Altenpflege,Pflege,Ausbildung,Nachrichten,Pflegedienst,Suche Pflegeschule hat Bestand bis 2006

08.08.2004

Simmerath. Die Erleichterung war ihnen anzusehen, den zehn Schülerinnen und drei Schülern der Krankenpflegeschule des Malteser-Krankenhauses St. Brigida.Alle 13 bestanden sie am Donnerstag das Staatsexamen in der Krankenpflege, dürfen sich nun examinierte Krankenschwester bzw. -pfleger nennen.Das mündliche «Verhör» bildete den Abschluss der diesjährigen Examensprüfungen, vorangegangen war eine dreijährige Ausbildung mit zirka 1700 Stunden Theorie und 3000 Praxisstunden.

OP und Anästhesie

Den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolvierten die SchülerInnen der Krankenpflege vorwiegend im Malteser-Krankenhaus, so auf den Stationen Innere, Chirurgie, Gynäkologie, Wochenstation, Neugeborenenzimmer, OP, Intensivstation und Anästhesie, aber auch auswärts in der Caritaspflegestation in Simmerath sowie im Alexianer-Fachkrankenhaus der Psychiatrie in Aachen.

Im Theorieteil der Prüfung mussten die Auszubildenden in den Fächern Krankenpflege, Krankheitslehre, Anatomie/Physiologie sowie Berufs-, Staatsbürger- und Gesetzeskunde schriftlich ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Im praktischen Teil des Examens mussten sie die Pflege einer Patientengruppe einschließlich der dazu notwendigen Pflegeplanungen, die Übergabe und alle administrativen Aufgaben übernehmen. Die mündliche Prüfung schließlich wurde zum Abschluss in den Fächern Psychologie, Sozialmedizin, Rehabilitation, Hygiene, Krankheitslehre und Krankenpflege abgehalten.

Mehr als reiner Lernstoff

Traditionell gehört in Simmerath zur Heranführung ans Staatsexamen der Krankenpflege aber etwas mehr dazu als reiner Lernstoff. «Unsere Schülerinnen und Schüler werden mit Meditationen sehr intensiv auf die Prüfungssituation vorbereitet, denn auch dies ist für sie eine wichtige Lebenserfahrung», so die Leiterin der Simmerather Krankenpflegeschule, Schwester M. Gudrun Kaufmann. Auch die Prüflinge bedankten sich für den sehr persönlichen Umgang an der Simmerather Schule: «Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung und Begleitung während dieser schweren Tage und Wochen», so Kurssprecher Thomas Lehnert am Donnerstag nach geschaffter Prüfung. Offiziell gefeiert wurde das Examen dann am gestrigen Freitag mit einem Dankgottesdienst und einem Sektempfang für die Prüflinge und ihre Freunde und Familien.

«Die Ergebnisse der diesjährigen Prüfung waren sehr zufriedenstellend», freute sich Schwester Gudrun, die im kommenden Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum als Leiterin der Krankenpflegeschule feiern kann. Rund 800 Krankenschwestern und Krankenpfleger hat sie in diesen drei Jahrzehnten zum Examen begleitet.

Einst eine Jobgarantie

Wie lange die segensreiche Einrichtung aber noch in Simmerath verbleiben wird, ist derzeit ungewiss. «Bislang ist der Bestand nur bis 2006 gesichert. Was danach passiert, muss sich zeigen», so Schwester Gudrun, die die derzeitige Gesundheitspolitik als «nicht gut für die Krankenhäuser» wertet. War das Staatsexamen einst eine Jobgarantie fürs Leben, so haben die Prüflinge dieses Jahres noch nicht alle eine Stelle, auch weil in nahezu allen Krankenhäusern Stellen abgebaut oder gar Häuser geschlossen werden. «Die Stellensituation ist kritisch», so Schwester Gudrun. Allerdings böten auch Altenheime oder die mobile Kranken- und Altenpflege Betätigungsfelder für die Examinierten.

Von den diesjährigen AbsolventInnen verbleiben nur zwei am Malteser-Krankenhaus, die beiden indischen Schwestern gehen zurück zum Monschauer Maria-Hilf-Stift, die übrigen haben nur teilweise Stellen in anderen Häusern oder Altenheimen oder beginnen ein Studium.

Erstmals keine Ausbildung mehr

Traurig macht Schwester Gudrun, dass man in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten jungen Menschen aus der Region, die in die Krankenpflege möchten, keine Ausbildung mehr bieten kann, ein neuer Unterkurs kann aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht eingerichtet werden. «Ab September gibt es nur noch einen Mittel- und Oberkurs», bestätigt die Leiterin. Junge Leute mit dem Berufswunsch Krankenschwester oder -pfleger müssen künftig versuchen, an den Krankenpflegeschulen in Aachen, Stolberg, Mechernich oder Düren eine Ausbildungsstelle zu bekommen.

Quelle: www.aachener-zeitung.de

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